
Statt eine Person vor Ort mit einer Wärmebildkamera in der Hand können nun mehrere aus sicherer Distanz die Live-Bilder verfolgen. Photo: Empa
Marco Plüss
Mit Drohnen gegen Brände
Die «FireDrone», die von der Empa entwickelt wurde, soll Echtzeitdaten aus Hochrisikobereichen liefern, die für Menschen und herkömmliche Drohnen zu gefährlich sind. Nach der Entwicklung und weitergeführt als Spin-off, kombiniert die neue Generation der Drohne hitzeresistente Materialien mit praxisnaher Robotik – speziell für Brandeinsätze und Industrieinspektionen bei extremen Temperaturen.
Brandbekämpfung ist im allgmeinen eine grosse Herausforderung, vor allem aber in grossen Gebäuden, langen Tunneln oder weitläufigen Wäldern. Da kann die FireDrone den Unterschied machen und soll hier rasch Überblick verschaffen: Als erste hitzeresistente Drohne fliegt sie in risikoreiche Umgebungen und liefert Lageinformationen in Echtzeit.
Der Flugroboter wurde an der Empa entwickelt und wird heute von einem Empa- und EPFL-Spin-off weitergeführt. Künftig soll er Feuerwehrleute dabei unterstützen, schnelle und fundierte Entscheidungen zu treffen. Dazu erklärt Fabian Wiesemüller, Empa-Forscher und Mitgründer des Start-up-Unternehmen: «Heute müssen Feuerwehrleute selbst in brennende Gebäude vordringen, um Gefahrenstoffe oder vermisste Personen zu lokalisieren. Mit der FireDrone können wir erstmals eine Drohne in Gefahrenbereiche schicken, um genau das zu tun – und so das Risiko bei Brandeinsätzen deutlich zu minimieren».
Einsatz in der Industrie
Giftiger Rauch, einstürzende Bauteile oder explodierende Stoffe gefährden Feuerwehrleute. Rauch und Schadstoffe sind für mehr als zwei Drittel der Todesfälle bei Brandeinsätzen verantwortlich, und über ein Drittel aller Einsätze ist mit gefährlichen Materialien verbunden. Die FireDrone soll deshalb bei unübersichtlicher Lage oder dichten Rauchschwaden eingesetzt werden. $
Ihre Stärke liegt vor allem beim Einsatz innerhalb grosser und komplexer Strukturen wie Industriehallen, Parkhäusern oder Tunneln. Dort ist das Absuchen besonders zeitaufwendig und gefährlich. «Eine Drohne, die solche Areale schnell und unbeschadet abfliegen kann, bringt einen klaren Mehrwert», sagt David Häusermann, Empa-Forscher und Mitgründer des Start-ups.
Neben Brandeinsätzen eignet sich die Drohne auch für Industrieinspektionen. Viele Anlagen mit Öfen, Raffinerien oder chemischen Prozessen können erst nach langen Abkühlphasen sicher inspiziert werden. Diese Stillstandszeiten dauern oft mehrere Tage, verursachen hohe Kosten und führen zu Energieverlusten. Die FireDrone könnte künftig beispielsweise Zement- oder Stahlwerke sowie Kehrichtverbrennungsanlagen im laufenden Betrieb inspizieren – überall dort, wo hohe Temperaturen den Einsatz von Menschen und konventionellen Drohnen erschweren.




